Aufholjagd vom SC Weende wird nicht belohnt

Nach der deutlichen Niederlage letztes Wochenende gegen Neustadt machte sich eine Equipe der Ersten Herren auf ins Jägermeisterstädtchen Wolfenbüttel, um auf die Auswahl des MTV Salzdahlum zu treffen. An dieser Stelle eine Entschuldigung für das Ausbleiben des Spielberichtes nach dem letzten Spieltag, aber unter dem Haufen angehender Akademiker der Weender war anscheinend niemand in der Lage, einen Bericht zu verfassen. Dafür gibt’s jetzt wieder einen.

Der Gastgeber des MTV trat mit bislang vier Siegen und erst einer Niederlage sicherlich mit breiter Brust in die Partie, doch war man gewillt, die Rollenverteilung schlichtweg zu ignorieren und endlich wieder an die Erfolge von Saisonbeginn anzuknüpfen. Ähnlich wie der Regen an diesem Tag alles wegspülte, wollte man auch mal wieder einen Gegner wegspülen. Selbstverständlich dachte kein Weender an einen Sieg in der grade angedeuteten Dimension, aber die Möglichkeit eines Sieges wollte man nicht von vornherein dahin fließen lassen.

Bereits im ersten Viertel wurden die Weichen für den Verlauf des kompletten Spiels gestellt, den man spielte so, wie bereits in der letzten Saison so oft. Die Verteidigung funktionierte, nur im Abschluss taten sich Schwächen auf. Man fand allerdings gut ins Spiel und führte nach fünf Minuten mit 12:7. Ab diesem Zeitpunkt endete mal wieder Lust zu scoren und Punkt für Punkt kam der MTV wieder ran. Im Übrigen fast ausschließlich in Form von Center Björn Winter, der ein sehr starkes Spiel hinlegte und die großen Jungs des SCW immer wieder in Bedrängnis brachte. Die Spieler des MTV, die den Weendern allerdings am meisten zu schaffen machten, standen nicht auf dem Feld, sondern saßen am Kampfgericht. So sorgten Ende des ersten Viertels laaaaaange 1,8 Sekunden dafür, dass Salzdahlum nach Ausgleich noch mit einem 3er 17:14 in Führung gehen konnte.

Auch das zweite Viertel brachte keinen nennenswerten Bruch im Spielverlauf, man verteidigte gut, traf so gut wie nix, man blieb also auf Augenhöhe. Das Viertel endete relativ ausgeglichen mit einem Rückstand von vier Punkten bei 39:35. In der anschließenden Halbzeitpause folgte der wohl wichtigste Wechsel des ganzen Spiels – der des Kampfgerichtes.

Mit frischen Zeitnehmern ging es folglich in den dritten Akt.

Er wurde zur Tragödie. Als ob es einen Fluch des dritten Viertel geben würde, wurde jetzt neben der schlechten Offense auch die Defense eingestellt. Und während in den ersten sieben Minuten der bereits angesprochene Björn Winter weiter wüten dürfte, schaffte es beim SCW lediglich Stephan Karasch, einmal die neue 3er-Linie zu überwinden. In den letzten drei Minuten des Viertels kam man immerhin auf einen Feldkorb und starke 2/6 Freiwürfen, was eine zwischenzeitliche 15 Punkte Führung für Salzdahlum bedeutete.

Ins letzte Viertel ging es dann mit noch zwölf Punkten Rückstand. Wie zuletzt im Spiel gegen Bothfeld war der Willen nun wieder geweckt und Mischa Lumme konnte nach schönem Spielzug mit einem 3er die Aufholjagd eröffnen. Angetrieben vom nun auf Betriebstemperatur laufendem Nico Giessler kämpfte man sich Stück für Stück heran. Im Moment des Anbrechens der zehnten Minuten wies das Scoreboard den Stand von 60:58 aus. Man war also dran. Die letzte Minute zeichnete sich durch eine Taktikschlacht a la bonheur aus. Anders formuliert, Weende spielte einfach „Stop the clock“. Salzdahlum stand folglich nur an der Linie und zeigte mit einer Quote von 7/12  in dieser einen Minute Nerven. Es war aber schließlich dem Weender Center Maximilian Muth vergönnt, den heimischen Fans endlich von der Spannung der drohenden Niederlage zu erlösen. Beim Spielstand von 63:60 zog Nico Giessler  zum Korb, so dass er den Verteidiger des Tiefspielers zusätzlich auf sich ziehen konnte und dieser seinen Gegenspieler unterm Korb allein ließ. Nachdem beide Weender fast erschraken ob der plötzlichen Möglichkeit, ging der Ball auf tief, wo es der blinde Muth schaffte, völlig allein unterm Korb den Ball zu verlegen. Ein Spielstand von 63:62 hätte natürlich noch lange nicht den Sieg bedeutet, so allerdings war die Niederlage besiegelt. Es gab noch ein paar Freiwürfe und einen Weender Feldkorb, so dass das Spiel mit 67:62 endete. Letztendlich nur der Trost, dass der Konjunktiv noch nie der Freund des Sportlers war. Es bleibt der Eindruck eines spannenden Spiels zweier Mannschaften absolut auf Augenhöhe. Auffällig die Ausgeglichenheit der acht Salzdahlumer, die alle punkteten. Topscorer der Heimmannschaft war der starke Björn Winter mit 21 Punkten, gefolgt von Sebastian Burghardt mit 14 Punkten. Bester „Rainman“ bei den Weender und mit 23 Punkten auch des Spiels war Nico Giessler. Ihm mit immerhin noch 20 Punkten folgend Alex „make it rain“ Puls. Am folgenden Wochenende ist spielfrei in der Oberliga, dafür gibt’s ein lockeres Testspiel im Pokal. Wahrscheinlich allerdings für den Gegner, denn der wird die 1. Regio Mannschaft des ASC Göttingen.

Es spielten für den SCW: Gießler (21), Hausmann , Karasch und Karasch (3+5),  Lumme (5), Muth (7), Puls (20), Sabel (4) und Schlüter.

(M.Muth)

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